Kandidatin 2022

Elsa
Andrei

Equality
Health & Sports
Nordrhein-Westfalen

Hallöchen Popöchen,

Ich bin Elsa, 35 Jahre alt, gelernte Kauffrau und Fitnesstrainerin, Selflove und Bodyconfidence Aktivistin auf Social Media und stehe für Vielfalt und Akzeptanz.

Als queere, mehrgewichtige  Fitnesstrainerin mit Migrationshintergrund bin ich des Öfteren mit Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert worden, vor allem seitdem ich 20 kg zugenommen habe, wurden meine Kompetenz und meine Attraktivität permanent in Frage gestellt.

„Willst du nicht mal wieder abnehmen?“

„Sollten Fitnesstrainerinnen nicht schlank sein?“

„Du promotest Übergewicht.“

Ich wusste gar nicht, dass ich alleine durch meine Präsenz Reklame für mein Aussehen mache.

So habe ich wieder was dazu gelernt und dafür ist Social Media auch wirklich gut.

Ich nehme die Kritiker natürlich sehr ernst, deswegen habe ich erstmal den Doppelkinndonnerstag ins Leben gerufen um das Doppelkinn zusätzlich zu promoten und zu Ruhm und Ehre zu verhelfen.

Wer sagt eigentlich, was schön ist und warum sind wir überhaupt so besessen davon, 24/7 den Gipfel der „Schönheit“ zu erklimmen?

Was gibt’s da überhaupt zu finden, außer Überfüllung, Selbstzweifel und wenig Spaß?

Da kann ich mich genauso gut für ein Ticket zur Beethoven Ausstellung anstellen.

Das war eine ähnliche Enttäuschung nach 2 Std Anstehen und das als Touri in meiner eigenen Stadt.

Die Schönheitsindustrie profitiert von unseren Unsicherheiten.

Das heteronormative, normschöne, gesunde, schlanke, weiße Bild einer Frau in unserer Gesellschaft, wird durch mediale Präsenz noch mehr verstärkt und in unseren Köpfen verankert, sodass Diskriminierung stets einen Nährboden hat.

Alles was abweicht, ist nicht „normal“, nicht gut genug, nicht wertvoll.

Ich möchte Menschen ermutigen, diese gesellschaftlichen Standards neu zu definieren, indem sie Raum einnehmen, Präsenz zeigen und bedingungslos für sich einstehen.

Auch wenn mein innerer Saboteur oft laut ist und mir bestätigen will, was die Gesellschaft mir versucht einzureden, versuche ich das Leben und mich nicht allzu ernst zu nehmen.

Es ist so viel einfacher durch’s Leben zu navigieren, wenn ich mir die Nörgler mit Petersilie zwischen den Zähnen vorstelle.